US-Hosting nach Schrems II – was DACH-KMUs wissen müssen
Fathom Analytics hostet seine Daten in den USA und Kanada. Auch wenn Fathom auf cookieloses Tracking setzt und damit auf der technischen Ebene DSGVO-freundlich ist, bleibt der Datentransfer in die USA datenschutzrechtlich problematisch. Der Grund: Das Schrems-II-Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 16. Juli 2020 hat den Privacy Shield zwischen EU und USA für ungültig erklärt, da US-Geheimdienste unter dem CLOUD Act und FISA 702 auf Daten zugreifen können – auch wenn diese auf europäischem Boden gespeichert sind, sofern der Anbieter ein US-Unternehmen ist oder unter US-Recht steht.
Konkret heisst das für Schweizer und EU-Kunden: Bei einem US-basierten Analytics-Tool musst du im Worst Case nachweisen können, dass deine konkreten Daten de facto sicher sind – nicht nur, dass sie es theoretisch sein sollten. Aufsichtsbehörden mehrerer EU-Länder haben in den letzten Jahren entschieden, dass Google Analytics aus genau diesem Grund nicht DSGVO-konform ist (Österreich, Frankreich, Italien). Bei Fathom ist die Argumentation komplexer, weil keine personenbezogenen Daten erfasst werden – aber das Risiko bleibt für Unternehmen in regulierten Branchen real.
Für Schweizer Unternehmen mit Kunden im Finanz-, Gesundheits- oder Behördenumfeld ist Hosting in der Schweiz daher die deutlich sicherere Wahl. Logiwolf hostet ausschliesslich in Zürich und Genf (redundant) – keine US-Anbieter im Stack, kein CLOUD-Act-Zugriff, kein Drittlandtransfer.
Was Fathom nicht bietet: Verhaltensanalyse
Fathom Analytics ist klar auf klassische Webanalyse ausgerichtet: Besuche, Quellen, Seiten, Conversions, UTM-Kampagnen. Das Tool macht das schlank und gut – aber es ist nicht das vollständige Analytics-Toolkit, das die meisten DACH-KMUs brauchen.
Heatmaps und Sitzungsaufzeichnungen gibt es bei Fathom nicht. Wer verstehen will, warum Besucher abspringen, welche Bereiche tatsächlich angeklickt werden oder wo Conversion-Funnels brechen, muss ein zweites Tool ergänzen – mit allen Nachteilen (zusätzlicher Script-Tag, zweiter AVV, zweiter Cookie-Banner-Trigger, zweite Rechnung). Logiwolf integriert beides nativ: ein Pixel, ein Vertrag, ein Datenschutzdokument.
Preisgestaltung: USD vs. CHF
Fathom startet bei rund 15 USD pro Monat für 100'000 Pageviews. Logiwolf bietet einen dauerhaft kostenlosen Tarif für 2'000 Pageviews pro Monat und startet bei CHF 6.95 für den Starter-Tarif (25'000 Pageviews). Für vergleichbare Pageview-Volumen ist Logiwolf bei ähnlichem oder leicht höherem Preis – bietet aber zusätzlich Heatmaps und Sitzungsaufzeichnungen.
Für Schweizer KMUs entfallen zusätzlich Wechselkursrisiken und MwSt.-Komplikationen, die bei USD-Abrechnung typischerweise entstehen.
Preisvergleich bei 100'000 Pageviews / Monat
- Fathom Starter: ca. 15 USD/Monat (≈ CHF 13.50) – Webanalyse only
- Logiwolf Professional: CHF 29.95/Monat – Webanalyse + Heatmaps + Sitzungsaufzeichnungen + API
- Fathom + Hotjar Business (vergleichbarer Funktionsumfang): 15 USD + 80 USD = ca. CHF 85/Monat
Migration von Fathom zu Logiwolf
Die technische Migration ist trivial:
- Logiwolf-Konto kostenlos auf logiwolf.com erstellen.
- Logiwolf-Pixel im HTML-Head einbauen:
<script defer src="https://logiwolf.com/pixel/[ID]"></script> - Fathom-Script erstmal stehen lassen und 1-2 Wochen parallel laufen lassen.
- Daten in beiden Dashboards vergleichen.
- Fathom-Script entfernen, Fathom-Abo kündigen.
Empfehlung: Wann welches Tool?
Wähle Fathom Analytics, wenn:
- Deine Hauptkundschaft in Nordamerika sitzt
- Du mit USD-Abrechnung und US/CA-Hosting kein Problem hast
- Du keine Heatmaps oder Sitzungsaufzeichnungen benötigst
- Du mit englischer Benutzeroberfläche und englischsprachigem Support arbeitest
Wähle Logiwolf, wenn:
- Du in der Schweiz oder im DACH-Raum tätig bist
- Du Heatmaps und Sitzungsaufzeichnungen brauchst
- Du auf Schweizer Hosting angewiesen bist (Compliance-Pflicht oder freiwillige Wahl)
- Du Schrems-II- und CLOUD-Act-Risiken vermeiden willst
- Du deutschsprachigen Support brauchst
- Du in CHF mit Schweizer MwSt. abrechnen möchtest